Sekten-Terror: Eine kurze Analyse der Ursprünge und der Auswirkungen des Sekten-Phänomens in der modernen Gesellschaft

Wiederholt wurden die Nachrichtenseite Sott.net und ihre Gründerin, Laura Knight-Jadczyk, ihre Familie, Freunde und Bekannte angeschuldigt, eine Sekte zu sein. Da diese Anschuldigungen unhaltbar sind, müssen wir fragen, ob dies von gewissen Agenturen vorsätzlich getan wurde, um die bestehenden Informations-Monopole der Massenmedien und Regierungen zu schützen? Dieser Artikel erörtert, warum der Begriff Sekte heute einen ähnlichen Beigeschmack hat wie “Terrorist“, wie er eingesetzt werden kann, um jede beliebige Gruppe an den Rand zu drängen oder sie sogar zu vernichten, und wie dies anscheinend schon öfters von Agenturen der Regierung praktiziert wurde.
Anmerkung der Übersetzer: Das deutsche Wort Sekte heißt im Englischen “cult”, und könnte ins Deutsche auch mit “Kult” übersetzt werden. Jedoch hat nur das Wort “Sekte” einen negativen Beigeschmack bekommen, während “Kult” im Sinne von Mode eher positiv besetzt ist.

Das Oxford English Wörterbuch definiert den Begriff cult folgendermaßen:

1. Ein System der religiösen Verehrung, besonders ausgedrückt durch Rituale.

2. Eine Widmung an oder Huldigung einer Person oder eines Dinges.

2b. Eine populäre Mode, besonders dann, wenn sie von einer bestimmten Gruppe in der Gesellschaft verfolgt wird.

3. Die Bezeichnung für eine Person oder ein Ding, das auf diese Weise populär gemacht wird.

Es ist klar zu sehen, dass die obige Definition sehr leicht auf alle organisierten Religionen, die heutzutage aktiv sind, zutrifft. Das Christentum, das Judentum, der Islam, der Buddhismus und andere Religionen strotzen nur so vor Ritualen und sind auf “der Widmung an eine Person oder ein Ding” gegründet. Jedoch werden diese generell nicht als “Sekten” bezeichnet. Es scheint, dass der Begriff Sekte in seiner modernen und weithin verstandenen Form für Gruppen reserviert ist, die in einer hierarchischen Struktur aufgebaut sind, wo Zwang und Manipulation der Gruppenmitglieder vorherrscht. Allgemein gibt es auch einen gewissen Fokus auf Verehrung, sei es der/die Gruppen-Anführer(in) oder eine externe Person oder Ding. Die Verehrung oder Hörigkeit wird üblicherweise mit den Vorteilen, die daraus gezogen werden können, gerechtfertigt. (Ich weiß, es hört sich wie die heute akzeptierten Weltreligionen an. Man stelle sich vor!)

Auf der praktischen Ebene ist das Schlüsselelement, das eine Sekte von einer Weltreligion unterscheidet, das Vorhandensein von offensichtlichem, identifizierbarem Zwang (körperlich oder mental), oder der Manipulation von Mitgliedern.

Jedoch kommt körperlicher Zwang oder Angriffe auf die körperliche Integrität von solchen Gruppenmitgliedern weniger oft vor, obwohl es auch hier Präzedenzfälle gibt (weil körperlicher Zwang leichter als Einschränkung des freien Willens identifiziert werden kann). Ein viel subtilerer Zwang, und deshalb eine viel effektivere Form, ist der intellektuelle Zwang oder noch häufiger die emotionale Manipulation. Dies wird im Allgemeinen durch das zuvor erwähnte Verehrungsprinzip erreicht, wo Mitglieder dazu gebracht werden, ihre Zeit, Energie, finanziellen Mittel etc. in der Hoffnung einzusetzen, das genannte Ziel und/oder Nutzen für sich selbst oder für die Gruppe zu erhalten.

Sehr oft wird die Anspielung gemacht, dass Gedankenkontrolle auf die Sektenmitglieder ausgeübt wird. Solch eine Behauptung zu beweisen ist jedoch problematisch, da die Definition von Gedankenkontrolle gelinde gesagt sehr breit ist. Es gibt viele Formen dieser Art von Kontrolle, die unterschiedlich subtil sind, obwohl sie nicht so bezeichnet werden (ein Beispiel ist hier die Massenmedien-Berichterstattung des Golfkrieges).

Bei angeblichen Sekten wird oft nach Auswirkungen der Gedankenkontrolle Ausschau gehalten, um sagen zu können, ob eine solche vorhanden ist oder nicht. Es gibt eine lange Liste von solchen Anzeichen. Zum Beispiel geben solche ‘Kommunen’-Mitglieder ihre Besitztümer auf, zeigen extreme Widmung und Hörigkeit dem Anführer gegenüber, und in einigen Fällen geben sie sogar ihr Leben auf, was dann wie Selbstmord aussieht.

Übereinstimmend mit dieser eher praktischen Beschreibung einer Sekte definiert Wikipedia eine Sekte so:

Ab den 1960er Jahren verwendeten englischsprachige Länder, besonders Nordamerika, diesen Begriff auf abwertende Weise, um Gruppen zu bezeichnen, viele davon mit religiösen Inhalten, die ihre Mitglieder psychologisch und finanziell mit Hilfe von gruppenbasierten Zwangstechniken ausbeuten (manchmal auch “Gedankenkontrolle” genannt). Entgegen legitimen religiösen Bewegungen sind Sekten durch einen hohen Grad von Abhängigkeit, Ausbeutung und dem Gehorchen der Forderungen des Anführers verbunden, die sich nicht auf Religion beziehen. 90% oder mehr aller Mitglieder verlassen die Sekte.

In dieser Definition sind Sekten Gruppen “mit einem hohen Grad von Abhängigkeit, Ausbeutung und dem Gehorchen der Forderungen des Anführers, die sich nicht auf Religion beziehen”, während legitime religiöse Bewegungen anscheinend denselben “hohen Grad von Abhängigkeit, Ausbeutung und dem Gehorchen der Forderungen der Anführer” aufweisen können, wenn sie sich auf Religion beziehen.

Das Problem kann somit neu formuliert werden: Was ist die Definition von Religion? Ein Kommentator schlägt vor:

[…] Religion beginnt immer mit einer Erfahrung, die ein Individuum hat, oder die von einer kleinen Gruppe geteilt wird. Die Antwort dieser Person oder Gruppe auf diese ursprüngliche Erfahrung ist, was zur Interaktion der Religion mit der Bevölkerung führt. In extremen Fällen können wir uns eine Religion vorstellen, die nur für die ursprünglichen Teilnehmer lebte und starb, weil ihre Reaktion sich nach innen richtete und keinen Kontakt mit anderen Menschen der Gesellschaft bewirkte. Oder im anderen Extrem können wir uns eine Religion vorstellen, wo die Antwort auf die ursprüngliche Erfahrung so schnell und vollständig in die Traditionen der Gesellschaft assimiliert wird, dass die keimende Religion niemals eine eigene Identität bekommt. Die meisten erkennbaren Religionen fallen zwischen diese beiden Extreme und nehmen dadurch ihre Identität an, die sie erkennbar werden lässt.

Religion entspringt durch den Versuch, Glauben, Gefühle, Vorstellungen und Handlungen zu repräsentieren und zu ordnen, die als Antwort auf eine direkte Erfahrung des Heiligen und Spirituellen entspringen. Während dieser Versuch sich in seiner Formulierung und Ausarbeitung ausweitet, wird er zu einem Prozess, der Bedeutung für sich selbst auf nachhaltiger Basis erzeugt, sowohl in Begriffen seiner ursprünglichen Erfahrung als auch seiner fortdauernden Reaktionen.

[Paul Connell, What is Religion?, 1996, www.darc.org/connelly/religion1.html]

Wenn die wahre Bedeutung von Religion auf “direkter Erfahrung des Heiligen und Spirituellen” beruht, dann sind die meisten heutigen Hauptreligionen gar keine gültigen Religionen — sind eigentlich gar keine Religionen –, weil sie auf der via Hörensagen vermittelten Erfahrung von Anderen aufgebaut sind. Trotzdem weisen sie einen “hohen Grad von Abhängigkeit, Ausbeutung und dem Gehorchen der Forderungen der Anführer” auf (so wie oben definiert), was sie eigentlich zu Sekten macht.

Wie dem auch sei, viele Gruppen definieren sich heute als “religiös”, auf die eine oder Andere Art, und dieser Begriff hat für viele Leute viele Bedeutungen. Zum Beispiel sagt das “Watchman Fellowship”, das sich selbst bezeichnet als “ein unabhängiges christliches Forschungs- und Apologetik-Ministerium, das sich auf neue religiöse Bewegungen, Sekten, das Okkulte und New Age fokussiert”:

Es gibt viele aktive Gruppen, die sich in Täuschung, Betrug, Manipulation, Zwang, Kontrolle und Ausnutzung betätigen. Das durch die Konstitution geschützte Recht der Redefreiheit dient als Gegenmaßnahme und Ausgleich gegen solche Misshandlungen. Wenn Misshandlung, Kontrolle und Betrug vorhanden sind, ist die Wahlfreiheit einer Person eingeschränkt. Es ist immer richtig, solche Praktiken öffentlich und privat aufzudecken. Jener, der Irrtümer oder Misshandlungen in diesem Bereich aufdeckt, hat die Verantwortung, genau zu arbeiten.

[Watchman Fellowship, A Christian Response to Cults and New Religious Movements, www.watchman.org/about.htm]

Jedoch sehen sie keine Täuschung, Kontrolle und Betrug, wenn sie unbedarfte Mitglieder der Gesellschaft evangelisieren und eine subjektive Interpretation eines religiösen Textes als Faktum hinstellen. Es ist hier jedoch unsere Absicht, die Vor- und Nachteile von verschiedenen miteinander wettstreitenden religiöse Organisationen abzuwiegen.

Es gibt zwei Herangehensweisen wenn man einschätzt, ob eine Gruppe eine Sekte ist oder nicht: von einem theologischen Standpunkt und von einem soziologischen Standpunkt.

Ein Professor für Religion fasste im Jahr 1994 — kurz nach der Tragödie in Waco — in einem Online-Posting die populären Sichtweisen zusammen, die Sekten identifizieren sollte. Sie verdienen unsere Aufmerksamkeit:

Als ein Professor für religiöse Studien, der sich auf Forschung, das Schreiben und das Unterrichten über Amerikas alternative Religionen konzentriert, kann ich Ihnen sagen, dass das Wort “Sekte” ein essenziell strittiger Begriff geworden ist. Das heißt, es gibt hier wie bei vielen anderen Worten keine universell gültige Bedeutung.

Bevor wir wissen können, was der Begriff bedeutet, muss man zuerst die Person kennen, die den Begriff verwendet und ihren religiösen und gesellschaftlichen Kontext. Ich lehre meinen Studenten, dass es vier Haupt-Arten gibt, wie man diesen Begriff verwenden kann: journalistisch (tendiert zu Sensationalismus), theologisch (definiert “Sekte” als Standard von orthodoxer Wahrheit), soziologisch (verwendet “Sekte” für Gruppen, die bewusst der zentralen Kultur gegenüberstehen) und psychologisch (dass “Sekten” psychologische Manipulation und Zwang anwenden).

Was als Sekte gilt, unterscheidet sich durch diese unterschiedlichen Sichtweisen. Alle drei würden zustimmen, dass es sich bei Jim Jones’ “People’s Temple” um eine Sekte handelt. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) würde ein Theologe jedoch als “Sekte” bezeichnen, einfach nur deswegen, weil sie signifikant von dem standardisierten orthodoxen Christentum abweicht, während ein Soziologe sagen würden, dass es wegen seiner Kleinheit und limitiertem Einfluss keine Sekte ist.

Das theologische Argument scheint von der Interpretation von religiösen Texten abzuhängen, wo mehrere Gruppen versuchen, die Grenzen dessen zu definieren, was es heißt, ein wahrer Christ zu sein. Es ist unwahrscheinlich, dass der Streit bald gelöst wird, da keiner der sich bekriegenden Faktoren irgendeinen schlüssigen Beweis beinhaltet.

Zum Beispiel hat die christliche Anti-Sekten-Bewegung die theologische Sichtweise. Sie betrachtet die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) als Sekte, weil diese Kirche die traditionelle Doktrin der Dreifaltigkeit ablehnt, andere Schriften außer der Bibel hat, und andere unorthodoxe Glaubensvorstellungen und Praktiken hat.

Zuletzt scheinen jedoch Größe und Einfluss eine Hauptrolle bei der Entscheidung zu spielen, welcher religiösen Gruppe der “Sekten-Status” zugesprochen wird. Die katholische Kirche hat zum Beispiel eine etwa 2000-jährige Geschichte, 600 Millionen Anhänger weltweit und riesige finanzielle Ressourcen aufzuweisen. All das scheint genug Schutz gegen die Gefahr zur Verfügung zu stellen, dass der Begriff “Sektenhauptquartier” anstatt Vatikan verwendet wird, und “Sektenanführer” anstatt Papst.

Zu Recht oder zu unrecht finden sich daher kleinere und neu gegründete religiöse Gruppen häufiger in der Situation, das Objekt von einer genauen Inspektion zu sein, als bereits etablierte Haupt-Religionen — egal, ob Beweise für Sekten-artiges Verhalten (wenn so etwas überhaupt in theologischer Hinsicht existiert) vorliegen oder nicht. Wenn man sich das monotheistische Wesen und das Monopol des Glaubenssystems der organisierten Haupt-Religionen ansieht, ist es sicherlich plausibel; so ist es auch logisch zu denken, dass diese Situation höchst befriedigend für sie ist, und dass sie aktiv daran arbeiten, diese günstige Situation aufrecht zu erhalten.

In einem kürzlichen Artikel für die bekannte ägyptische Zeitung Al-Ahram macht Jonathan Cook, ein britischer Schriftsteller der in Nazareth lebt, einen interessanten Punkt über die Ähnlichkeit zwischen den Auswirkungen der Gedankenprogrammierung von Sekten und den Auswirkungen der Hauptreligionen (in seinem Fall, das Judentum). Er schlägt vor, dass der Grund, warum die Verfolgung der Palästinenser durch das israelische Militär nicht von den Juden hinterfragt wird, nicht wegen der Ignoranz gegenüber der Situation ist, sondern wegen verschiedenen Faktoren, die nicht zuletzt die Vorschriften des Judentums beinhalten. Er kommentiert:

Es ist, weil [die Juden] durch ein Bildungssystem gehen müssen, das historische und moralische Werte von Exklusivität sowohl in der Religion als auch im Weltlichen vermittelt: Vorsehung für eine biblische Mission, die von Gottes Auserwählten durchgeführt wird; und der überschwere Drang, für jene Leute, die durch die Jahrhunderte von Verfolgung, die im Holocaust gipfelten, einen heiligen Ort zu schaffen.

Dass die Israelis in ihrer Gesellschaft einzementiert werden, hängt auch von einem militärischen Ritus ab, der in das Erwachsenenalter überleitet. Sie sehen das Militär — wenn sie ihren Lehrern, den Medien und der Regierung glauben — als ihren einzigen Schutz vor dem Hass des Antisemitismus, für den jeder Nichtjude anfällig ist. Das ist ihr einzigartiges Schicksal als Juden — und Israel ist ihre einzige und alleinige Versicherung dagegen.

Israelis, die das glauben — und fast alle tun das — fühlen, dass sie keine Wahl haben, außer sich dem kollektiven Guten zu unterwerfen. Nicht ein universelles Gutes — Werte, die von der gesamten Menschheit geteilt werden — sondern nur ein kollektives Gutes, das exklusiv für Juden reserviert ist.

Reden Sie einmal mit jüdischen Anti-Zionisten in Israel — nur eine Handvoll von Menschen, ihre Anzahl ist gerade einmal vierstellig unter den fünf Millionen Juden — und die meisten werden Ihnen sagen, wie sehr sie sich abmühten, das zionistische Gedankentraining abzulegen, dass ihnen seit ihrer Geburt zugefügt wurde. Viele sagen, dass sie bis zum heutigen Tag damit kämpfen, ihre eigenen rassistischen Annahmen zu überwinden.

Jeff Halper — ein Akademiker und führender israelischer Aktivist gegen Übergriffe in den besetzten Territorien — beschrieb mir gegenüber kürzlich den jahrzehntelangen Prozess des ‘Entwöhnens’ von seinen zionistischen Reaktionen. *Deprogrammierung nannte er es. Jene Dinge, über die wir in der Zeitung lesen, wenn verwundbare junge Leute von den Ideen, die ihnen durch eine Sekte eingepflanzt werden, wiederbelebt werden müssen Aber wie löst man den Griff einer Sekte, wenn eine ganze Nation unter ihrem Bann steht?*

[Jonathan Cook, Al-Ahram Weekly, Eyes Wide Open]

Wie gesagt gibt es dann noch die soziologische Herangehensweise, die den “Sekten-Aufdeckern” zur Verfügung steht. Das ist die Herangehensweise, die von den meisten gewählt wird, und formt die Basis von allen ernsthaftesten Anschuldigungen, da es das theologische Argument ausschließt, was voll von Schwierigkeiten steckt und am Ende nur um Glaubensvorstellungen geht anstatt um verifizierbare Fakten.

Das soziologische Argument ist im Wesentlichen dasselbe wie das kulturelle Argument, das besagt, dass gewisse Gruppen bewusst der zentralen Kultur mit all ihren inhärenten akzeptierten Normen gegenüberstehen. In diesem Argument inbegriffen ist, dass Gedankenkontrolle bzw. Manipulation, das angeblich ein Teil des Make-ups von vielen Sekten ist, nicht ein Teil des Make-ups der modernen zivilisierten Gesellschaft und Kultur ist. Dieses Argument, wie wir ein bisschen später diskutieren werden, ist ebenfalls subjektiv.

Die zuvor zitierte Definition von Wikipedia ist interessant, weil sie besagt, dass der Begriff “Sekte” in einer abwertenden Form zum ersten Mal in den 1960ern übernommen wurde. In der Tat scheint es, dass vor dieser Zeit der Begriff “Sekte” überhaupt keine negativen Beiklänge hatte, und nur verwendet wurde, um ein beliebiges Glaubenssystem zu bezeichen (wenn überhaupt). Wie oben erwähnt gibt das Oxford English Wörterbuch zusätzliche Definitionen:

2a. eine bekannte Mode, die von einer bestimmten Sektion der Gesellschaft verfolgt wird

3. eine Person oder Ding, das auf diese Weise bekannt geworden ist

Die Definition, was eine Sekte ist und was nicht, ist in den Vereinigten Staaten nicht durch irgendeine Regierungsabteilung offiziell geregelt. Der Begriff bleibt für eine Interpretation offen und, wie weiter unten diskutiert wird, dient das vielleicht den Zielen der Regierung besser, wenn es so bleibt. Als Resultat davon wurde die Verfolgung von Sekten oder Sektenanführern allgemein über herkömmlichere Gesetzesüberschreitungen geführt, zum Beispiel Kidnapping oder Erpressung; oder im Waco-Fall, Waffenbesitz.

Von hier an möchte ich den Begriff “Sekte” von einer soziologischen Sichtweise diskutieren. Es gibt im Volksmund einige verschiedene widersprüchliche Definitionen dessen, was eine Sekte ist. Aber selbst wenn man sich auf eine Definition einigen würde, würde es immer noch das Problem geben, welche Gruppen unter diese Definition fallen würden.

Wie bereits gesagt ist die Hauptanforderung für den Sektenstatus die Verletzung des freien Willens. Damit dieser auftreten kann, so scheint es logisch, muss es von Beginn an eine gewissen Menge an Täuschung in der Werbung über die Vorteile für die Mitglieder geben. Keine aufstrebende Sekte würde viele Anhänger finden, wenn unter den Vorteilen wären: subtile Gedankenkontrolle, Schläge, Freiheitsentzug, tägliche Beschimpfungssitzungen, etc. Kurz gesagt, Sekten sind keine “Du bekommst was du siehst”-Organisationen.

Gegenwärtig gibt es geschätzte 3000 bis 5000 Sekten in den USA, *gegründet von verschiedenen Akteuren, die darin einen Bedarf sehen*. Zum Beispiel ist “Amway” eine Firma, die auf aggressive Weise Leute einstellt, die andere Leute einstellen, um ihre Produkte zu verkaufen (Kosmetik, Reinigung, Vitamine, etc.). Amway wurde angeschuldigt, Sekten-artige Taktiken im Umgang mit ihren Angestellten anzuwenden [Butterfield, 1985].

Die Kirche von Scientology, gegründet von Ron Hubbard, verwendet eine Art von Psychotherapie genannt Dianetics, die, so behaupten manche, Mitglieder in einen schwachen und paranoiden Geisteszustand versetzen kann. Man sagt der Kirche nach, dass sie einige Mitglieder dazu überrumpelt, Sklaven zu werden. Eine Unterorganisation der Kirche — bekannt als die Sea Organization — hat paramilitärische Lockmittel, ist aber nicht bewaffnet. Kritiker sagen auch, das die Kirche als gewinnorientierte Organisation agiert, da sie fixe Preise für viele ihrer Dienstleistungen hat, die man in Anspruch nehmen muss, um in der Hierarchie aufzusteigen.

Auf ihrer Internetseite [1] sagen sie von sich selbst, dass sie keine Sekte ist, aber “eine Religion im wahrsten Sinne des Wortes”.

Sahaja Yoga wurde ebenfalls angeschuldigt [2]. Das ist eine Art von Yoga, mit denen die meisten Menschen im Westen nicht vertraut sind. Es involviert hauptsächlich Meditation und was sie das “Erwecken der Kundalini” nennen. Dies wird verfolgt, um “Selbstverwirklichung” zu erreichen (eine Verbindung mit dem Selbst). Mitglieder werden eingeladen, “kühle Vibrationen” zu spüren, die aus ihrer Anführerin oder ihren Köpfen herauskommen, was ein Beweis sein soll, dass ihre Kundalini in der Tat aktiviert ist. Selbstverwirklichung ist auch über das Internet machbar [3]: Einfach in die Augen der Anführerin Shri Mataji Mirmala Devi starren, während man ihren Audio-Instruktionen folgt.

In der Zeit vor dem Jahr 2000 wurde der Begriff Milleniums-Sekte[4] weit bekannt. Das waren Gruppen, die glaubten, dass mit dem Jahr 2000 auch das Ende der Welt kommen würde. Als das Jahr 2000 da war und kein Ende in Sicht war, waren manche gezwungen, das Datum neu zu berechnen, und sie setzten den Termin irgendwann zwischen damals und 2012.

Während es anscheinend ein paar riesige “Milleniums-Sekten” gibt, die die Vorteile des Endes der Welt hochpreisen, gibt es auch verschiedenste selbst gestylte ‘Experten’, die Gruppenexpeditionen zu diversen ‘heiligen Stätten’ organisieren — oft in Ägypten –, und sie beziehen ihre Informationen oft von “uralten Quellen der Weisheit”, um uns für die bevorstehende “Wende”, so wie sie es nennen, vorzubereiten.

Eine solche “Quelle der Weisheit” ist das antike Ägypten und die verschiedenen “Sekten”, die zu diesem Zeitpunkt existiert haben. Viele dieser ‘Experten’ — die sich auch “Enoch’sche Magier”, “archaische Futuristen”, etc. nennen — denken anscheinend von sich selbst, dass sie damit beauftragt sind, das Ende der Welt oder die “kosmische Integration”, wie sie es selbst bezeichnen, auszulösen. Das soll durch “magische Werke” erreicht werden, die mit kunterbunten “antiken” und “heiligen” Techniken durchgeführt werden. Unter den buntesten Techniken sind: das “Manifestieren des Raumwürfels”, das “Ausrichten der Himmelspole”, das “Öffnen von Portalen”, “Himmelsmechanik”, “heilige Wissenschaft”, “heilige Geometrie” und der “Aufstieg des Djed”.

Es ist eher verstörend, dass es starke Verbindungen zwischen Enoch’scher Magie und Satanismus gibt. Der Leser kann das leicht nachprüfen, indem man eine Internetsuche mit diesen zwei Begriffen startet.

Als eher heitere Nebenbemerkung könnte man sagen, dass es bezüglich des “Aufstiegs des Djeds” scheint, als ob jeder, der sich darin betätigt, sofort ein “Djedi” wird. Und von einigen Quellen wissen wir, dass die Zeit, wenn diese “Djedi” ihre “magischen Werke” vollbringen, die Zeit der “Rückkehr des Djedi” kommen wird. Daher sehen wir die Star Wars File als kultisch an. [5]

Viele Sekten haben gemeinsam, dass die Vorteile für die Anhänger als großartig dargestellt werden. Wegen der Natur dieser Milleniums-Sekten fühlen sich ihre Anführer wahrscheinlich nicht verpflichtet, ihre Versprechen einzuhalten, zumindest nicht in diesem Leben. Djedis erwarten geradezu fantastische Vorteile von ihren Bemühungen, zum Beispiel:

Wenn wir unsere Verbindung zwischen den beiden (Materie und Geist) herstellen, dann wird ein wiederhallendes “Jaaaa!” auf synaptische Art durch das globale Gehirn und das morphogenetische Feld des Planeten (und das Internet) überschlagen. Unsere bewusste Wiederverbindung mit der Weisheit unserer Ursprünge, und die Wiederentdeckung der archaischen/himmlischen Technologien initiiert uns in das ‘Einheits’-Bewusstsein.

Jeder von uns hat die Schlüssel, da sie ganz natürliche Elemente unserer wahren Natur sind: grundlegende menschliche Güte, ein offenes Herz und Geist, und das Verlangen, eine liebende globale Gesellschaft aufzubauen. Wie Sie wahrscheinlich wissen, ist im Moment eine spezielle Zeit auf der Erde, eine Zeit für einen globalen Übergang. [6]

Ein bemerkenswerter Vertreter dieser Art von “Erdgitter-Ingenieur” ist Dan Winter. Dan Winter wurde von mehreren US-amerikanischen Gerichten, darunter dem US Federal Court und dem US Bankruptcy Court North Carolina verurteilt, weil er Arbeiten verschiedener Wissenschaftler, u.a. die Forschungen von Stan Tenen über das hebräische Alphabet, als seine eigenen ausgegeben hatte — was den Tatbestand des Plagiats erfüllt — und außerdem inhaltlich verfälschte. Darüber hinaus hat Winter die Arbeiten der Wissenschaftler unter seinem Namen in Form von Büchern, CD-Roms und Videos vervielfältigt und gewinnbringend verkauft. Vor Gericht hat Winter unter Eid ausgesagt, dass er über keinerlei akademische, technische oder medizinische Abschlüsse oder Titel verfüge und sein Universitätsstudium abgebrochen habe. Er floh dann aus dem Land ohne die Gerichtskosten zu zahlen, zu denen er verurteilt wurde. Im Moment ist Mr. Winter flüchtig und bietet in Europa und Australien weiterhin Seminare und Workshops an. [7]

Es scheint eine ausgeprägte Anfälligkeit und daher Verletzlichkeit in vielen Menschen zu geben, das Wort von Anderen ohne zu hinterfragen zu akzeptieren, besonders dann, wenn diese “Anderen” sich als Autorität über ein Thema darstellen. Diese Verletzlichkeit ist besonders ausgeprägt, wenn das Thema für den Zuhörer ein emotionales Bedürfnis erfüllt. Es scheint, dass diese Schwäche ausgenutzt wird, um Widmung an eine Organisation, eine Person oder ein Gesetz sicherzustellen.

In den Worten der Anklage gegen Dan Winter:

Unehrliche Menschen, und Menschen, die sich daran erfreuen, andere zu verletzen — so wie Mr. Winter — zählen darauf, dass die Mehrheit der gesunden, sich sorgenden Menschen von Natur aus nicht misstrauisch sind, und akzeptieren, was ihnen für bare Münze gesagt wird. Das ist gut. Anständige, einfühlsame Menschen sollten nicht misstrauisch sein, und sollten nicht den Bedarf fühlen, jede gemachte Aussage doppelt zu überprüfen. Aber unglücklicherweise bedeutet das, dass ordentliche, fürsorgliche Menschen — alt und jung, Studenten oder Professionelle — sehr leicht von Menschen wie Dan Winter getäuscht werden können, der so viele Mühen auf sich nimmt, um sie zu täuschen. [8]

Wir können daher sagen, dass das Potenzial für eine Gruppe oder Organisation, eine Sekte zu sein, umso größer ist, je mehr sie den Leuten verspricht, Antworten auf die Probleme der Menschen zu haben, ihnen ein besseres Leben zu versprechen, Glück, finanziellen Reichtum, spirituelle Erleuchtung oder im wesentlichen alles, das mit ihren passiven emotionellen Bedürfnissen in Resonanz geht, die so viele Menschen haben — aber wie am Beispiel von Dan Winter jedoch anscheinend nicht alle.

Wie Mr. Tenen im obigen Zitat sagt, ist es ein unglücklicher Umstand, dass Leute misstrauisch sein müssen und alles zu überprüfen haben, was ihnen gesagt wird. Wenn man jedoch das Wesen unserer Welt erwägt, dann ist man jenen ausgeliefert, die Täuschung als Lebensweise gewählt haben; und sie sind zahlreich.

Es kann in unserer heutigen Gesellschaft beobachtet werden, dass das Konzept einer “Sekte” mehr als vage Bedrohung gesehen wird, und nicht klar definiert oder verstanden wird. Der generell schlecht informierte Bürger wird den Begriff sogar mit dem heute allgegenwärtigen “Terrorismus” und mit “Terroristen” in Verbindung bringen; er versteht es als etwas Böses oder Bedrohliches, aber könnte nur schwer klare Beispiele nennen, wo er stattfindet und welche Gefahr er für ihn persönlich darstellt. Diese eingeschränkte und verzerrte Wahrnehmung des Normalbürgers illustriert die Art, wie Informationen in unserer Gesellschaft verbreitet werden und auch die Agenda, die die Nachrichtenverteiler haben.

Der aufgedrückte Stempel “Sekte” ist so mächtig, hat solch ein intensives Stigma, und kann daher so zielgerichtet eingesetzt werden, um Schaden hervorzurufen und Gruppen und Individuen zu zerstören, dass dieser Stempel genau wegen jenen Dingen funktioniert, die er anzuschwärzen versucht: d.h., Anfälligkeit der menschlichen Psyche auf Programmierung und subtile suggestive Techniken. Regierungen können nur mit Hilfe der Meinungen der Massen öffentliche Handlungen setzen. In unserer modernen Gesellschaft, wo es Leuten mit räuberischer Aufmachung so gut zu gehen scheint, kann und wird jede Anschuldigung haften bleiben, wenn sie von den Mächtigen und Einflussreichen geäußert — und wiederholt geäußert — wird.

Wir können Dutzende, wenn nicht Hunderte von Fällen in unserer unmittelbaren Vergangenheit (und Gegenwart) nennen, wo die Öffentlichkeit dazu gebracht wurde, etwas zu glauben, was nicht wahr war. Das kürzliche Massenvernichtungswaffen-Debakel unserer westlichen Regierungen ist nur ein einziges Beispiel in großem Ausmaß. Die menschliche Geschichte ist in der Tat voll mit Gerüchten — und viele von ihnen formen unsere geliebtesten ‘heiligen Kühe’. [9] Angefangen von der Wissenschaft über Religion bis zur Politik ist nichts ausgenommen.

Information ist und war wahrscheinlich schon immer ein kostbares Gut. Wissen ist Macht, wie das Sprichwort besagt. Während die ursprüngliche Rolle von Regierungen war, den Willen des Volkes zu exekutieren ist das heute klar nicht mehr der Fall. Die Rolle von Regierungen ist heute ausschließlich, so scheint es, Ressourcen zu kontrollieren, wobei die kostbarste ‘Ressource’ die Staatsbürgerschaft ist.

Die Information, die die Gesellschaft bekommen ‘darf’, formt die Wahrnehmung der Bürger. Daher ist die Kontrolle der Information der Schlüssel zur Kontrolle der Wahrnehmung, welche wiederum der Schlüssel zur Kontrolle der Bevölkerung ist. Wir empfehlen Noam Chomskys Artikel über Medien und Informationskontrolle [10] für eine tiefere Analyse dieser Kontrolle und wie sie eingesetzt wird, damit die Menschenmassen weiterhin der Regierungs-Elite dienen.

Heute gibt es auch Ideen wie totales Informationsbewusstsein (ist eng mit dem Terrorismus Information Awareness Projekt der US-Regierung verbunden und seit den 9/11-Angriffen damit gleichbedeutend), die für sich selbst Informations-Sekten sind. [11] Diese Philosophie und ihr Rang wird von den obersten Anführern unserer Gesellschaft gefördert und umgesetzt. Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels gibt es Leute wie John Ashcroft, der wie ein Wirbelwind durch die USA fegt und versucht, dieses Konzept in die Gehirne der Menschen zu bringen, um eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Menschenmassen glauben, dass es im Interesse ihrer eigenen Sicherheit und der des Landes ist (und daher ihre “patriotische Pflicht”), Informationen über ihre Mitbürger nach oben zu ihren ‘Anführern’ weiterzuleiten. Nachbarn werden angehalten, die jeweils anderen Nachbarn genau zu beobachten und “verdächtiges Verhalten” zu melden. Die Liste, was “verdächtiges Verhalten” ist, wird natürlich von Mr. Ashcroft selbst zur Verfügung gestellt. Uns wird gesagt, dass ein aufgeweckter Mitbürger “der Feind in unserer Mitte” ist. [12]

Den Massen wird gesagt, dass es besser für sie ist, bei der Informations-Sekte mitzuarbeiten, weil sie dann sicherer sind; ruhigere Nächte haben. Kurz gesagt, die Informations-Sekte ist im Kern eine Sekte der Angst. Es muss Angst in den Gehirnen der Massen angestiftet werden, damit sie die Informationen ihren Vorgesetzten weiterleiten — damit jegliche widersprüchliche Informationsquelle ausgelöscht werden kann. Und Angst ist anscheinend etwas, für das Menschen, wie es scheint, gemacht und vorprogrammiert sind.

Was das alles bedeutet ist folgendes: Wenn Sie das Wissen der Menschen kontrollieren, kontrollieren Sie die Menschen selbst. Daher ist es nicht schwer einzusehen, dass, wenn Regierungen Wissen als Macht sehen — und sie Macht behalten wollen — sie auch den Fluss des Wissens kontrollieren müssen, mit dem Endziel, Wissen zu limitieren.

Wenn Sie die Verbreitung von Information kontrollieren, dann kontrollieren Sie, was Menschen denken. Wenn Sie kontrollieren, was Menschen denken, dann kontrollieren Sie ihren Geist. Und damit sehen wir, dass es wahrlich wie eine Sekte ist.

Aus dieser Perspektive ist es logisch, dass jede Gruppe, die das Informations/Macht-Monopol der Regierungen gefährdet — und damit ihre Kontrolle der Menschen einschränkt — als eine Gefahr gesehen wird, mit der umgegangen werden muss. Wie Richard Dolan in dem ersten Band von UFOs and the National Security State schreibt:

Jeder, der in einer unterdrückenden Gesellschaft gelebt hat, weiß, dass Wahrheit täglich von offiziellen Stellen manipuliert wird. Aber Gesellschaften haben alle Minderheiten und Mehrheiten. Zu allen Zeiten und an allen Orten sind es die Wenigen, die herrschen und dominanten Einfluss auf das ausüben, was wir die offizielle Kultur nennen. — Alle Eliten sorgen sich darum, die öffentlich verfügbare Information zu kontrollieren, um existierende Machtstrukturen aufrechtzuerhalten.

[Dolan 2002]

Wie oben schon angemerkt, wird oft gesagt, dass Sektenmitglieder gedankenmanipuliert werden, wenn die gesamte Gruppe als Sekte bezeichnet wird. Jedoch gibt es viele Arten von Gedankenkontrolle — die Massenmedien inklusive — obwohl sie nicht als Sekte bezeichnet werden. Und wenn wir die Kriterien hernehmen, auf deren Basis Sekten identifiziert werden (Mitglieder, die in Kommunen leben, Besitztümer aufgeben, extreme Ergebenheit und Gehorsam gegenüber einem Anführer zeigen, und in ein paar Fällen auch ihr Leben in anscheinenden Selbstmord lassen), dann können wir somit auch die Administration der US-Regierung als Sekte bezeichnen, weil sie tausende Amerikaner dazu bringen, ihre Besitztümer aufzugeben, um dem Militär beizutreten, um Gehorsam gegenüber einem beweisbaren Lügner, George W. Bush, zu zeigen, was in etwas gipfelt, was einem Selbstmord im Irak gleichkommt.

Wie oben ebenfalls erwähnt gibt es eine gewisse Mentalität, die empfänglich dafür ist, mit ganzem Herzen und fraglos diese Art von angstbasierter Programmierung zu akzeptieren. Solche Individuen können innerhalb der Hauptreligionen sehr einfach kontrolliert werden, weil sie, nebenbei bemerkt, ebenfalls auf Angst aufbauen. Jedoch gab es in den 1960er Jahren einen populären Anstieg des Wissens der Massen über den Vietnamkrieg. Die US-Regierung machte sich daran, radikale Proteste gegen Regierungs-Regelwerk auszuradieren, und es entstand daraus etwas, was heute als COINTELPRO — Counter Intelligence Program — bekannt ist.

Natürlich existierte COINTELPRO immer schon auf die eine oder andere Weise, und wurde in einigen Details schon von Machiavelli beschrieben. Wenn wir im Kopf behalten, dass die Elite-Aufseher der Menschenmassen Wahrnehmung kontrollieren, indem sie Informationen kontrollieren, so können wir ableiten, dass alle anderen Informationsquellen, die zu Wissen führen, marginalisiert oder sogar gänzlich eliminiert werden müssen, damit die Kontrolle gewahrt bleibt — weil Wissen Macht ist. Das bringt uns zum nächsten logischen Schritt, wo wir verstehen, dass COINTELPRO auch eingesetzt werden muss wenn ideologische Trends umgeleitet werden sollen.

Methoden von COINTELPRO beinhalten anonyme oder fiktive Briefe, die gestaltet sind, um jene Menschen oder Gruppen, die zerstört werden sollen, in einem schlechten Licht darzustellen; das Publizieren von falschen, verleumderischen oder drohenden Informationen; das Fälschen von Unterschriften auf Dokumenten; das Einschleusen von störenden oder subversiven Mitgliedern in die Gruppe, um sie von innen zu zerstören; und so weiter. Die Erpressung von Gruppenmitgliedern, um falsche Gerüchte oder interne Streitigkeiten loszutreten, war ebenfalls an der Tagesordnung. COINTELPRO kümmerte sich auch um die Gründung von Scheinorganisationen.

Diese Scheinorganisationen dienten vielen Funktionen: das Angreifen und/oder Vernichten von echten Organisationen, oder das Aufstellen einer Ablenkung mit Hilfe von schlauer Propaganda, um Mitglieder abzuwerben, damit sie ihre Zeit mit nutzlosen Aktivitäten verbrachten und somit nichts Nützliches erreichen konnten. COINTELPRO war auch berühmt für das Anzetteln von feindlichen Handlungen durch dritte Parteien. In diesem Sinne können wir am besten die Rolle der selbsternannten “Sekten-Vernichter” [13] verstehen, die dem Fingerzeigen und Beschimpfen mit Leidenschaft nachgehen, und dabei an die spanische Inquisition mit ihrem Motto von “töte sie alle, Gott wird seine Leute erkennen” erinnern. Anscheinend ist jeder gute Ratschlag bei ihnen verloren und das Sprichwort “Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen” verstehen sie nicht.

Im Zusammenhang mit COINTELPRO können wir viele kuriose Dinge über Sekten lernen. Viele Jahre lang arbeitete das Cult Awareness Network (CAN) [15] eng mit Amtspersonen der U.S.-Regierung zusammen, um die Gefahr von angeblichen Sekten abzuwehren. Diese Organisation drängte die Presse, den Kongress, und die Gesetzgebung, gegen alle Nicht-Hauptreligionen vorzugehen — ja sogar psychologische oder sogar politische Bewegungen –, die es als Sekten bezeichnete. Ein Reporter schrieb nach einem Interview mit CAN’s Geschäftsführer, Cynthia Kisser:

Niemand weiß, wie viele destruktive Kulte und Sekten es in den Vereinigten Staaten gibt. Kisser’s Ordner enthält 1500 Namen aus Zeitungs-Ausschnitten, Gerichtsdokumenten und tausenden von Anrufen bei der Hotline des Netzwerks. Manche dieser Gruppen haben einen legitimen Zweck, so Kisser. Aber ihr Netzwerk fand auch heraus, dass die meisten, wenngleich auch stark unterschiedlichen Glaubensrichtungen erstaunlich ähnliche Muster der Gedankenkontrolle, Domination, Ausnutzung und körperliche und geistige Misshandlung aufweisen. [14]

Kritiker von CAN heben hervor, dass sogenannte Gedankenkontrolltechniken nicht viel anders sind als jene Techniken, die im Bildungssystem und Sozialisierungssystem von Schulen, Kirchen, Ideologien und Philosophien eingesetzt werden. Eine weitere erfolgreiche Herangehensweise von CAN war, Verwandte von Sektenmitgliedern an Deprogrammierer zu vermitteln, die Tausende von Dollar für ihre Dienste verlangten und — laut dem früheren landesweiten Direktor des Vorläufers des CAN, der Citizends Freedom Foundation — sogar Anteile des Geldes zurück zu CAN schleusten.

Die Deprogrammierung umfasst manchmal das Kidnappen von Individuen, Schlaf- und Nahrungsentzug, Verhöhnung, Erniedrigung und sogar körperliche Misshandlung und Einschränkung, bis zu dem Punkt, wo sie versprechen, die angebliche Sekte zu verlassen — sie tun also genau dieselben Dinge, für die sie die Sekte beschuldigen! Weil Deprogrammierer üblicherweise Familienmitglieder in diese Kidnappings und Deprogrammierungen verwickelten, kommt es nur sehr selten zu rechtlichen Anschuldigungen. In den letzten paar Jahren wurden jedoch fünf Deprogrammierer rechtlich wegen Kidnapping und Freiheitsberaubung verfolgt. Einer dieser Deprogrammierer ist Rick Ross [16], ein verurteilter Juwelendieb, der sich rühmt, über 200 “Deprogrammierungen” vorgenommen zu haben. Cynthia Kisser lobte ihn als “einen der besten Deprogrammierer im Land”. Im Sommer 1993 in Washington State wurde Rick Ross wegen Freiheitsberaubung verurteilt. [17]

Das Prinzip der Angst ist wahrscheinlich die berühmteste Waffe im Arsenal einer Regierung für Bevölkerungsmanagement und Kontrolle. Die augenscheinliche menschliche Neigung zu Angst vor dem Unbekannten oder Seltsamen wird von Regierungsagenturen zweifelslos ausgebeutet, um öffentliche Unterstützung bei der Verurteilung von jenen Gruppen zu erhalten, die ihr Monopol der Kontrolle gefährden. Regierungen verstehen, dass der Massengeist ein fruchtbarer Boden für negative, angstbasierte Propaganda über “Sekten” und “Terroristen”, etc. ist. Dies schürt wiederum das Wachstum von “Sekten-Vernichtern” und jede beliebige Gruppe kann somit ganz leicht angeschwärzt werden. [18]

Es ist für die Regierung tatsächlich ein glücklicher Umstand, dass die Existenz und Verwendung des Begriffs Sekte heute so prävalent ist, dessen sofortiger negativer Beigeschmack als Waffe eingesetzt werden kann, um zu attackieren und zu verleumden. Jede Gruppe, die eine Gefahr für das Informations-Monopol einer Regierung darstellt, wird einfach als eine Sekte bezeichnet. Es ist ein bemerkenswert effektives Mittel zur Wiedererlangung der Kontrolle und, wenn möglich, auch zur Neutralisierung der Gruppe. In einem solchen Fall werden jegliche Indizien für sektenartiges Verhalten der Gruppe — oder das Fehlen von solchen Indizien — überflüssig.

Zweifelsfrei haben echte Sekten, die eine Art von Gedankenkontrolle praktizierten, immer schon existiert, und werden weiterhin existieren, aber wegen den erwähnten Verhaltensweisen der Regierungen und der Menschen ist es fast unvermeidlich, dass einige Gruppen fälschlicherweise als solche identifiziert wurden, und weiterhin identifiziert werden, und das vorsätzlich.

Ein weiteres Beispiel eines kürzlichen Falles ist, dass das “Sniff Art Collective” [19] (“gewidmet an die Meinungsfreiheit in der freien Natur”) kürzlich beschuldigt wurde, eine satanische Sekte zu sein (und des Mordes angeschuldigt wurde), einfach nur deswegen, weil sie ihre Gemälde in der Öffentlichkeit ausstellten. Die Gerichtsverhandlung ist immer noch im Gange. [20]

Es scheint, dass als ein Resultat von sensationalistischer Presse-Berichterstattung in großem Maßstab im letzten halben Jahrhundert der Begriff Sekte überall bekannt wurde; und das besonders in Verbindung mit seinen negativen Beifügungen. Durch diese wenigen, gut bekannt gemachten Fälle von angeblicher Gedankenkontrolle wurde das allgemeine Verständnis des Wortes Sekte fest im Gehirn der Bevölkerung eingebrannt. Die schockierendsten Fälle waren jene, wo vorgeblich körperlicher und mentaler Zwang vorherrschte, was im Tod von Mitgliedern endete.

Das “Jonestown Massaker” in den Wäldern von Guyana von 1978 war ein solcher Fall. Zu jener Zeit gab es Hinweise, dass die CIA und sogar israelische Geheimdienste verwickelt waren, dass der Anführer Jim Jones ein CIA-Werkzeug war, und dass die Mitglieder der amerikanischen Botschaft in Guyana, die in Kontakt mit den Mitgliedern von Jonestown standen, ebenfalls CIA Agenten waren. [21]

Es gab Anschuldigungen, dass das Gedankenkontrollprogramm der CIA mit dem Codenamen MK-ULTRA [22] im Jahr 1973 nicht gestoppt wurde, so wie es dem US-Kongress versprochen wurde. Stattdessen, so wurde vorgeschlagen, wurde MK-ULTRA in öffentliche Krankenhäuser, Gefängnisse und sicherere Umgebungen wie religiöse Sekten verlegt; und Jonestown war wahrscheinlich eine von diesen experimentellen MK-ULTRA Sekten.

Das bedeutet, dass das Faktum, dass Gedankenkontrolle heute in Verbindung mit dem Begriff Sekte steht, mehr mit äußeren Einflüssen zu tun hat, als mit irgendwelchen inneren oder natürlichen Eigenschaften solcher Gruppen. Es gab auch widersprüchliche Berichte, ob die 913 Menschen, die starben, Selbstmord verübten, oder, so wie der guyanische Gerichtsmediziner sagte, 700 davon Anzeichen von Mord aufwiesen. [23]

Bezüglich des Jonestown-Massakers ist nachweisbar wahr, dass US-Kongressabgeordneter Leo J. Ryan am Tag der ‘Selbstmorde’ Jonestown mit zahlreichen Reportern und besorgten Verwandten der Jonestown-Mitglieder besuchte, und dass er selbst in den darauffolgenden Ereignissen getötet wurde. Das wurde natürlich auf die Jonestown-Sekte geschoben – es wurde ihnen unterstellt, dass sie den Bericht des Kongressabgeordneten unterdrücken wollten. Aber es gibt auch die Möglichkeit, dass es notwendig wurde, den Bericht des Kongressabgeordneten wegen genau entgegengesetzten Gründen zu unterdrücken: dass für jene, die die Jonestown-Gruppe als Sekte bezeichneten, die Geschichte ungünstig ausgegangen wäre. Denn am Ende müssen wir immer fragen: Wer profitiert? Und die Antwort ist, dass dieser Fall eine mächtige gesellschaftliche Waffe in die Hände der Regierung geraten ließ — die Vorstellung, dass eine Sekte tatsächlich ein äußerst gefährliches Ding ist. Die Angst vor Sekten wurde mit diesem Ereignis sprichwörtlich geboren.

Ein weiteres Beispiel einer breitgetretenen Konfrontation mit einer Sekte, die in der Zerstörung der Gruppe und dem Tod ihrer Mitglieder in einem schrecklichen Feuer endete, fand 1993 in Waco, Texas statt.

Im April 1993 starben 89 Branch-Davidianer, angefürt von David Koresh, als das BAFT (Bureau of Alcohol, Firearms and Tobacco) ihren Standort am Mount Carmel in Waco, Texas stürmte. Obwohl der öffentliche Eindruck war — und immer noch ist –, dass die Todesfälle ein Resultat von “sektenartigen Aktivitäten” waren, gab es damals begründete Sorgen, dass die Regierungsbeamten unangebracht auf die Situation reagierten und die Todesfälle somit unnötig waren.

Nancy Ammerman, eine Gastprofessorin am Princeton University’s Center for the Study of American Religion war eine der Sachverständigen des Justizministeriums, die den Umgang des FBI und des BATF mit den Branch-Davidanern evaluieren sollte. Sie war besonders kritisch gegenüber Rick Ross und dem Cult Awareness Network:

Obwohl diese Leute sich oft ‘Sekten-Experten’ nennen, werden sie vom akademischen Umfeld als solches überhaupt nicht anerkannt. Die Aktivitäten des CAN werden von dem National Council of Churches (neben anderen Organisationen) als Gefahr für die Religionsfreiheit gesehen, und die Deprogrammierungs-Taktiken bewegen sich immer mehr außerhalb des Gesetzes. […] Mr. Rick Ross, der oft im Einklang mit dem Cult Awareness Network (CAN) arbeitet, hat gesagt, dass er von dem BATF ‘beraten’ wurde. […] Das Netzwerk und Mr. Ross haben direkte ideologische (und finanzielle) Interessen am Entfachen von Misstrauen und Feindseligkeit gegen das, was sie als ‘Sekten’ bezeichnen. […] Es scheint, dass Leute innerhalb der Anti-Sekten-Community die Branch-Davidaner als Ziel für ihre Aufmerksamkeit ausgewählt hatten.

[Bericht des Justizministeriums: Ammerman: 1; Betonung hinzugefügt]

Ich möchte mit Verdruss anmerken, dass dieses “Entfachen von Misstrauen und Feindseligkeit” zum Tod von zweifellos unschuldigen Menschen führte — auch vieler kleiner Kinder — und das auf äußerst grausame Art.

Es scheint, dass finanzieller Gewinn ein signifikantes Motiv für Aktivitäten von jenen sogenannten ‘Sekten-Zerstörern’, so wie Mr. Ross, ist. Im Buch Inside the Cult (Breault and King, 1993) befindet sich ein Tagebucheintrag eines früheren Branch-Davidaners, Marc Mreault (auch der Ko-Autor des Buches), vom 16. Januar 1993, wo er ein Gespräch mit der Schwester des Branch-Davidaners Steve Schneiders beschreibt:

Rick [Ross] sagte Sue, dass etwas schon sehr bald passieren würde. Er drängte sie, ihn für eine Deprogrammierung einzustellen. Rick hat Sue jetzt völlig eingeschüchtert. Die Schneider-Familie weiß nicht, was sie tun soll. Rick sagte ihnen nicht, was schon bald passieren würde, aber sie sagten, sie sollten Steve so bald wie möglich herausbekommen. Ich weiß, dass Rick mit dem ATF gesprochen hat.

[Breault and King, Inside the Cult, 1993, S. 317]

Wir sollten sorgfältig anmerken, dass Rick Ross hier primär an einer “Einstellung als Deprogrammierer” interessiert war, und dass er, was er auch immer er wusste aus finanziellen Gründen zurückhielt.

Nach dem Feuer vom 19. April schrieb Methodist Minister Joseph Bettis an Anwalt General Reno:

[…] von Beginn an wurden die Mitglieder des Cult Awareness Network in diese Tragödie involviert. Die Organisation ist weithin für ihre Ausnutzung der Angst für das Schüren von religiöser Bigotterie bekannt. Es verdient eine sorgfältige Untersuchung ihrerseits, dass Regierungsbeamte von Informationen abhängen, die von diesen Leuten geliefert werden. Auch die gesamten Regierungs-Aktivitäten verdienen Ihre Aufmerksamkeit und öffentliche Bekanntmachung. […] Das Verprügeln der Sekten muss aufhören und Sie müssen dafür eintreten.

Der Beauftragte Harold Volkmer schuldigte an, dass der Angriff auf die Branch-Davidaner ähnlich zu Gestapo-Taktiken im Untersuchungsbüro war:

Ich kann keine Verbrechen der Davidaner-Gruppe sehen, die die extreme Reaktion des BATF am 28. Februar und das tragische Resultat daraus rechtfertigen würden. [24]

Der Beauftragte John Conyers bezeichnete die Treibstoff- und Panzer-Attacken als “militärische Operation” und als “profunde Schande für die Exekutive in den Vereinigten Staaten”. Er sagte zu Janet Reno: “Sie haben richtig gehandelt, als sie Ihren Rücktritt anboten. Ich möchte, dass Sie wissen, dass es zumindest ein Kongressmitglied gibt, das den Tod von zwei Duzend Kindern nicht hinwegrationalisiert.” Reno erholte sich aber anscheinend schnell von ihren Gewissensbissen:

Ein Journalist aus Los Angeles, Cletus Nelson, schreibt:

Von Anfang an wurde die Öffentlichkeit fälschlicherweise dazu gebracht zu denken, dass diese spirituelle Gemeinschaft hauptsächlich aus bewaffneten Zombies bestand, die sich in gewalttätiger Apokalypse-Theologie und Kampfrhetorik betätigten.

Wie wenn das Bild noch weiter verfinstert werden sollte, wurden schlecht getarnte Anschuldigungen von Kindesmissbrauch und kultischen Phänomenen im Fernsehen und der Presse breitgetreten. Dieser ungeheuerliche Einsatz dessen, was Medien-Analysten als “negative Formulierung” bezeichnen besiegelte das Schicksal der umstrittenen Siebenten-Tags-Adventisten-Sekte, weil sie von Washington als überflüssig angesehen wurde. [25]

Was auch immer die Wahrheit hinter den Ereignissen von Waco und Jonestown war (und sie ist sicher nicht so schwarz und weiß, wie uns die Medien gerne glauben lassen wollen), so ist sicherlich ein Resultat, dass Gehirne der Weltbevölkerung so gewaschen wurden, dass sie denken, dass kleine Gruppen mit alternativen Sichtweisen mit Sekten gleichzusetzen seien, und dass Sekten gefährliche, fanatische religiöse Glaubensvorstellungen, manipulative Gedankenkontrollen und eine Menge anderer antisozialer Aktivitäten aufweisen. Die Leser können die logischen Verbindungen zwischen Rick Ross, seinen Kohorten und der COINTELPRO-Idee der Regierung selbst herstellen. Leute vom gleichen Schlag …

Wie bereits erwähnt gibt es keine definitiven oder etablierten Kriterien, was in den USA eine Sekte ausmacht. In Frankreich hat es jedoch beträchtliche Nachforschungen durch Regierungsagenturen in dieses Thema gegeben. Die Französische Nationalversammlung hat einen ungefähren Leitfaden zusammengestellt, was in modernen Begriffen eine “Sekte” ausmachen könnte:

Bericht der französischen Nationalversammlung, Kommission für Sekten

20. Dezember 1995

Sektion I: 2: (d) Das Konzept, das von der Kommission angenommen wird:

Jede Bewegung, die sich selbst als religiös ausgibt mit den folgenden Kriterien:

  • mentale Destabilisierung

 

  • außergewöhnlich hohe finanzielle Ansprüche

 

 

  • ein Abbrechen des Kontaktes zu seinem ursprünglichen Umfeld

 

 

  • Angriffe auf die körperliche Integrität der Mitglieder

 

 

  • Die Rekrutierung von Kindern

 

 

  • Ein mehr oder weniger antisoziales Verhalten

 

 

  • Verursachung von Problemen in der Öffentlichkeit

 

 

  • Verursachung von ernsthaften Rechtsproblemen

 

 

  • Umgehung von traditionellen wirtschaftlichen Kreisläufen

 

 

  • Versuche, die bestehenden öffentlichen Mächte zu infiltrieren

 

Die Kommission hebt hervor, dass die Definition von Sekten auf viele Arten schwierig ist.

Die Kommission versuchte im Laufe dieser Arbeit sicherzustellen, dass sie nicht die Definition von Sekten akzeptierte, die jene vertreten, die auf die eine oder andere Art neue Religionen verbreiten, oder die jene vertreten, die gegen echte oder vorgebliche Exzesse von angeblichen Sekten arbeiten.

Die Kommission war sich während dieser Arbeit bewusst, dass weder die Neuheit noch die kleine Zahl von Mitgliedern, noch die Exzentrizität als Kriterium herangezogen werden kann, um eine sogenannte religiöse Bewegung als Sekte zu bezeichnen: *die größten Haupt-Religionen des heutigen Tages waren in ihren Anfängen nicht mehr als Sekten mit einer kleinen Anzahl von Anhängern; viele etablierten heute gesellschaftlich akzeptierte Riten, die in ihren Anfängen eher Reservierung und Opposition hervorriefen. [26]

[Betonung hinzugefügt]

Die Tatsache, dass die Französische Regierung öffentlich versuchte, das Sekten-Phänomen zu untersuchen und Kriterien für ihre Definition zu erarbeiten, legt nahe, dass sie das Problem ernst nehmen. Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass sie dem Thema vernünftig und logisch entgegentreten, und es erinnert uns noch nicht an den COINTELPRO-Standard von Anschwärzen und Beschmutzen. Und wie die französische Nationalversammlung prägnant anmerkte, die größten Religionen des heutigen Tages waren zu Beginn nicht viel mehr als Sekten.

Fußnoten:

[1]: Church of Scientology, www.scientology.org

[2]: Freedom of Mind Center von Steven Alan Hassan: freedomofmind.com/resourcecenter/groups/s/sahaja/

[3]: _http://www.sahajayoga.org/experienceitnow

[4]: CESNUR – Center for Studies on New Religions, Watching Millennial Groups in the Year 2000.

[5]: Moira Timms, Egypt: Equinox 2000, www.portalmarket.com/history.html

[6]: www.timeofglobalshift.com

[7]: http://www.danwinter.com/DeutschNotiz.html

[8]: Stanley Tenen, Meru Foundation, www.danwinter.com

[9]: Laura Knight-Jadczyk, “The Ark of the Covenant and the Temple of Solomon” aus The Secret History of the World, Red Pill Press, 2005

[10]: Chomsky, “Talks, Interviews, & Debates”

[11]: Theodore Roszak, The Cult of Information, University of California Press, 1986.

[12]: Oliver Burkeman, “US Moves on to High Terror Alert”, Guardian Unlimited, Special Reports, 19. März 2003

[13] Laura Knight-Jadczyk, “Rick Ross — Ross Institute: Agent of COINTELPRO or Agent of Mossad? Part II”

[14]: Associated Press wire story, 23. April 1993, 10:25 EDT

[15]: Dieses Netzwerk gibt es nicht mehr, weil es am 20 Juni 1996 nach dem erfolglosen Versuch, einen Ausgleich anzumelden, liquidiert wurde. Es war im September 1995 von einem U.S. Bezirksgericht in Seattle wegen 4,8 Millionen Dollar Schäden verurteilt worden.

[16]: Laura Knight-Jadczyk, “Rick Ross — Ross Institute: Agent of COINTELPRO or Agent of Mossad?”

[17]: Jessie Walker, Reason Magazin, “No Angels”, Seattle Scroll, 21. April 1997,

[18]: Paul Joseph Watson, Propaganda Matrix, “Endless Fake Terror Alerts: Fear Based Mind Control”, www.propagandamatrix.com/endless_fake_terror_alerts.html

[19]: www.elsob.net/el_sob_sniff.html

[20]: Chip Johnson, San Francisco Chronicle, “Bulb Art is Devilish, Not Satanic, Artists in Turmoil after Peterson Theory”, 1. September 2003

[21]: Fiona Steel, “Jonestown Massacre: A ‘Reason’ to Die”

[22]: Cosmic Cointelpro Timeline

[23]: Fiona Steel, ebenda

[24]: Michael Isikoff, “Reno Strongly Defends Raid on Cult”, Washington Post, 29. April 1993

[25]: Cletus Nelson, “The Watchdogs of Waco: Defenders of State Terror”, 25. August 2001

[26]: Cults in France, National Assembly Constitution, 4. Oktober 1958, Aufgezeichnet in Anwesenheit des Präsidenten der französischen Nationalversammlung am 22. Dezember 1995, volle Englische Übersetzung

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